Artkis

Inuit stoppen deutsches Forschungsschiff

17. August 2010

Wie das GREENPEACE-Magazin berichtet, haben kanadische Ureinwohner eine Forschungsfahrt der deutschen “Polarstern” gestoppt. Die Polarstern fährt im Auftrag des Alfred-Wegener-Instituts (Bremerhaven). Die Besatzung sollte mit seismischen Tests den Lancastersund (Meerenge bei der Baffininsel im äußersten Nordosten Kanadas) erforschen.

Da das Experiment u.a. mit Schallwellen durchgeführt werden sollte, befürchteten die Inuit, dass die Tests Wale und ander Meeressäuger vertreiben könnten. Die Inuit ernähren sich von Meeressäugern. Bei ähnlichen Versuchen mit Sprengstoff in den 1980er-Jahren hätten sich die Wale lange Zeit nicht mehr blicken lassen.

“Das ist ein großer Sieg für die Inuit, nicht nur in der Arktis, sondern in ganz Nunavut”, sagte die Inuitführerin Okalik Eegeesiak.
(Quelle und weitere Infos unter: “Kanadische Inuit stoppen deutsches Forschungsschiff”, Greenpeace-Magazin)

Riesiger Eisberg vor Grönland abgebrochen

10. August 2010

Ein etwa 240 Quadratkilometer großer Eisbrocken hat sich im Nordwesten Grönlands abgelöst. Das sei seit 1962 der größte Bruch in der Arktis, sagt der aus Deutschland stammende Meereswissenschaftler Andreas Münchow von der University of Delaware. Die Erderwärmung lässt weltweit Gletscher abschmelzen. Wichtige Süßwasserspeicher werden dadurch zerstört. Außerdem steigen die Meeresspiegel weiter an.
(Quelle: Augsburger Allgemeine, 9. August 2010)

Verschollendes Schiff nach 157 Jahren im kanadischen Eismeer entdeckt

1. August 2010

Nach mehr als eineinhalb Jahrhunderten im kanadischen Eismeer haben Forscher ein verschollenes Segelschiff entdeckt. Die “HMS Investigator” liege in der Mercy-Bucht der Banksinsel, Kanadas fünfgrößter Insel, meldeten kanadische Archäologen. Das Wrack sei nach 15 Minuten Suche mit einem Sonar in gerade einmal elf Meter Tiefe aufgespürt worden. Es stehe aufrecht und sei gut erhalten. Die “Investigator” hatte nach Überlebenden der Arktisexpedition um Sir John Franklin gesucht, war aber selbst im Eis eingeschlossen und aufgegeben worden. Der Brite wollte die Nordwestpassage finden, den viel kürzeren nördlichen Seeweg um Amerika. Franklin war 1847 während der Expedition gestorben. Nachdem seine Schiffe “HMS Erebus” und “HMS Terror” im Eis eingeschlossen wurden, machten sich die letzten der einst 130 Männer zu Fuß auf den Weg. Keiner kam durch. Das Schicksal der Franklin-Gruppe hatte Europa und Nordamerika in Atem gehalten und über fast zwei Jahrzehnte für immer neue Suchexpeditionen gesorgt. Eines dieser Schiffe war die “Investigator”.
Die Bilder, die die von einem Schlauchboot gezogene Sonarboje jetzt aufnahm, zeigen ein gut erhaltenes Wrack. Die Umrisse sind klar zu erkennen, die Aufbauten fehlen, aber der Rumpf ist nicht auseinandergebrochen. Es soll weiter untersucht, aber vorerst nicht gehoben werden. Das eiskalte Wasser habe dazu geführt, dass der Rumpf in gutem Zustand sei. Das Schiff sei nicht eher gefunden worden, weil die Bucht fast ständig von Eis bedeckt ist.
(Quelle: Lüdenscheider Nachrichten, 30.07.2010, Foto und weitere Informationen unter focus.online sowie “Entdecker”)

Hitzewelle am Nordpol

10. Juli 2010

Der “Nationale Schnee und Eis Daten Report” (NSIDC-Report) zum Zustand des arktischen Meereis weist einen neuen Rekord-Tiefststand aus. Demnach war die Eisfläche so klein wie in keinem Juni seit Beginn der Satelliten-Aufzeichnungen 1979. Dem Report zufolge ging das Meereis im vergangenen Monat um durchschnittlich 88.000 Quadratkilometer pro Tag zurück. Der Durchschnittswert liegt im Juni normalerweise bei etwa 53.000 Quadratkilometer täglich. Die Umweltschutzorganisation WWF sorgt sich aufgrund dieser Entwicklung über die verbliebenen Eisbär-Vorkommen im Nordpolarmeer. “Es ist kein guter Sommer für die Eisbären im Nordpolarmeer. Ihr Lebensraum schmilzt ihnen offensichtlich immer schneller unter den Pfoten weg”, sagt Volker Homes, Leiter WWF Artenschutz.

Der WWF beobachtet derzeit Eisbären in der Arktis, in Norwegen, der Hudson Bay und der südlichen Beaufort See. Vor allem im kanadischen Churchchill, in der westlichen Hudson Bay, sei die Situation der Eisbären dramatisch. Die Tagestemperaturen betragen dort derzeit um die 17 Grad Celsius (der normale Durchschnittswert liegt bei 12 Grad Celsius). Der WWF beobachtet derzeit drei Eisbären, die sich im Norden von Churchill an die verbliebenen, spärlichen Reste des Meereises klammern. “Solch hohe Temperaturen werden den Bären zum Verhängnis”, erklärt Homes. Noch könnten die drei Bären auf Seehundjagd gehen, doch andere Artgenossen dieser Sub-Population seien hingegen bereits an Land gegangen. Die Tiere versuchten nun, so viel Energiereserven wie möglich zu sparen, was angesichts derart hoher Temperaturen nicht einfach sei. “Es ist ein Teufelskreis. Die Tiere magern unter diese Bedingungen immer weiter ab und werden geschwächt. Zugleich müssen sie im November länger ausharren, bis das Meereis zurückkommt und sie wieder auf Robbenjagd gehen können”, sagt Volker Homes. Nach WWF-Einschätzung müssen einige Eisbären durch die veränderten klimatischen Bedingungen eine Fastenperiode von bis zu 160 Tagen überstehen. “Auf eine derart lange Hungerzeit sind die Tiere physiologisch nicht ausgerichtet”, sagt Volker Homes. In diesem Jahr hätten einige Bären durch die frühe Eisschmelze bereits 18 Tage länger fasten müssen. Jetzt hofft der WWF, dass das Meereis im kommenden Winter frühzeitig zurückkehrt. “Sollte es ähnlich spät zufrieren wie im letzten Jahr, könnten das viele Bären womöglich nicht überleben”, so Homes.
(Quelle: Pressemitteilung des WWF)

Antartkis

Casting für den Lauf zum Südpol

24. August 2010

100 Extremsportler werden auf Herz und Nieren geprüft, ob sie geeignet sind für eine Neuauflage des historischen Wettlaufs von Scott und Amundsen. 100 Jahre nach dem historischen Ereignis schicken ZDF und ORF am 10. Dezember 2010 zwei Teams ans untere Ende der Welt. Derzeit sind die beiden Sender auf der Suche nach den geeigneten Kanditaten, die sich mit zwei Extremsportlern und zwei Fernsehmoderatoren die Strapazen der vierwöchigen Expedition antun wollen und auch können.
Mehr dazu unter Friedberger Allgemeine.

PolarNEWS präsentiert sich auf Messe in der Schweiz

30. April 2010

Die Polar-Experten Heiner und Rosamaria Kubny teilen auf ihrer Website PolarNEWS Folgendes mit:

Polarbären und Pinguine, Inuit und Eisberge werden an der Ausstellung BEA in Bern anzutreffen sein: PolarNEWS macht’s möglich mit der Sonderschau «Arktis/Antarktis». Dabei gibt es überraschende Neuheiten zu bewundern.

Bisher war PolarNEWS an den großen Ferienmessen der Schweiz vertreten. Jetzt betreten Heiner und Rosamaria Kubny Expo-Neuland: Vom 30. April bis 9. Mai 2010 präsentieren die beiden ihre neuen Bilder und Filme an der BEA in Bern, der Ausstellung für Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie. “Wir wurden von den Organisatoren der BEA angefragt, ob wir in Rahmen einer Sonderschau die Regionen der Arktis und Antarktis vorstellen möchten”, erklärt Heiner Kubny, “da konnten wir als passionierte Fans dieser Gegenden der Erde natürlich nicht Nein sagen.” Rosamaria ergänzt: “Und wir waren noch nie an einer Ausstellung, an der es nicht ums Reisen geht. So können wir für unseren Stand an der BEA ein ganz neues Konzept entwickeln.”

Mehr zur Ausstellung unter PolarNEWS.

Weniger Walfang in der Antarktis

15. April 2010

Die japanische Walfangflotte kehrt von den Fangaktivitäten im Walschutzgebiet in der Antarktis zurück. Basierend auf Medienberichten wurden in der vergangenen Saison (November 2009 bis März 2010) 506 Südliche Zwergwale und ein Finnwal getötet, was eine Reduktion um 25% zum Vorjahr bedeutet. In der Saison zuvor (2008/09) wurden innerhalb des als von Japan “wissenschaftlichen Walfangprogramms” (JARPN II) 679 Zwergwale und ein Finnwal getötet.

Gegenüber Medien gab der Kapitän Shigetoshi Nishiwaki die “Schuld” für den Rückgang Umweltaktivisten, die die Fangaktivitäten störten. Im Rahmen der Aktionen der Organisation Sea Shepard kam es auch zu Zwischenfällen, die in der Zerstörung eines Schiffes (der “Ady Gil”) und der Verhaftung eines Aktivisten führten.

Trotz bestehenden internationalen kommerziellen Walfangverbotes setzt Japan seine Aktivitäten in dem von der Internationalen Walfangkommission (IWC) erklärten Walschutzgebiet in der Antarktis fort. Japan beruft sich dabei auf Artikel VIII der Konvention zur Regulierung des Walfangs (Special Permit Whaling) und deklariert seine Aktivitäten als “wissenschaftlichen Walfang”. Diese und auch andere kommerzielle Walfangaktivitäten Islands und Norwegens sind Anlass für ein Verhandlungspaket innerhalb der IWC über das im Juni 2010 entscheiden werden soll.

Die WDCS äußerte heftige Kritik an dem Verhandlungsvorschlag, der im Wesentlichen in allen Punkten den Walfangstaaten entgegenkäme und eine Legitimierung und Legalisierung des kommerziellen Walfangs zur Folge hätte.
(Quelle: WDCS/München)

Pinguine dienten früher als Brennstoff

6. März 2010

Aufzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert berichten über einen grausamen Umgang mit Pinguinen auf den Falklands/Antarktis: Von dem massenhaften Einkochen vierschiedener Pinguinarten wird berichtet,

fotoid

Königspinguine in Süd-Georgien (Foto: Frank Blache)

Die wenig tierfreundliche Art der Lampenöl-Produktion begann Mitte des 19. Jahrhunderts, als der florierenden Tranindustrie dafür die Wale, Robben und Seeelefanten ausgingen. Doch schon zuvor verfeuerte man Millionen Vögel: Sie dienten als Brennstoff für die großen Öfen, in denen man Walspeck zu Tran verkochte. “Sie brannten ziemlich schlecht, aber es gab sie in Mengen. Wir fingen die Tiere direkt vor der Baracke und warfen sie gleich lebend in den Ofen. Das Geschrei der Tiere war unerträglich. An diesem Tag verfeuerten wir sicherlich 700 von ihnen”, beschreibt ein Walfänger 1843 die bestialische Praxis auf Südgeorgien.

Einem Pinguin auch nur eine Feder zu krümmen, das würde heute niemand mehr billigen. Und zumindest für den Königspinguin scheinen die schlechten Zeiten vorbei zu sein. Die Bestände wachsen seit Jahrzehnten und werden auf etwa 2,5 Millionen Brutpaare geschätzt. Womöglich profitieren die Vögel sogar vom menschlichen Raubbau am Meer. Weniger Wale fressen weniger Krill, und von diesen Kleinkrebsen ernähren sich auch die in tieferen Wasserschichten lebenden Laternenfische und Kopffüßer, auf deren Fang sich wiederum die Königspinguine spezialisiert haben. Eine plausible, aufgrund fehlender Daten zu historischen Krilldichten aber kaum zu beweisende Theorie.
(Quelle: Frankfurter Allgemeine)

Archiv (2004 - 2008)