Gerade einmal 0,92 Prozent der Weltmeere sind geschützt – so berichtet die Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS/München auf ihrer Website.
Nun wurde das erste Hochsee-Meeresschutzgebiet im Bereich der Antarktis südlich der Orkney Inseln ausgewiesen. Der Antrag wurde von der britischen Delegation beim Treffen der Kommission zum Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) letzte Woche in Tasmanien erfolgreich vorgebracht.
Das Meeresschutzgebiet liegt im nördlichen Weddellmeer, östlich von der Spitze von Antarctic Peninsula – einer der wichtigsten Futterplätze von Buckelwalen.
Mit einer Größe von etwa 94.000 Quadratkilometern hat der Schutzmantel des Südlichen Orkney Schutzgebiets eine beachtliche Größe. Laut Angaben von Louisa Wood vom IUCN Global Marine Programme wuchs die globale Masse an geschützten Gewässern mit dieser Bekanntgabe über Nacht um 4 Prozent. Wie bereits weiter oben erwähnt, beträgt diese weltweite Masse an geschützten Gewässern nun 0.92 Prozent der Meere – das liegt immer noch weit hinter den geschützten Gebieten auf dem Land, die nach Abschätzungen mittlerweile 12 Prozent der Erdoberfläche betragen.
Das Schutzgebiet tritt offiziell im Mai 2010 in Kraft. Es werden weder Fischereiaktivitäten noch Abfallentsorgung von Fischerei und Containerschiffen in diesem Gebiet erlaubt sein. Das Britische Antarktis Survey plant, seine Untersuchungen in diesem Areal fortzusetzen, auch weil es das Meeresschutzgebiet als Chance sieht, die Überwachung der Auswirkungen menschlicher Aktivitäten und Klimaveränderungen auf den Südlichen Ozean zu verbessern.
“Das ist ein Schritt in die richtige Richtung zum langerwarteten Schutz der marinen Anteile der Antarktischen Marinen Region”, sagte Erich Hoyt, Wissenschaftlicher Berater und Leiter des Meeresschutzprogramms der WDCS. “Wir haben immer noch einen langen Weg vor uns. Das viel größer angesetzte Ross-See-Meeresschutzgebiet auf der anderen Seite der Antarktis braucht dringend dieselbe Art von Schutz. Die britische Regierung muss aber auch für ihre Arbeit, den Antrag einzureichen, gelobt werden, genauso wie die CCAMLR, die Kommission zum Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis, die ihn angenommen hat. Was wir jetzt brauchen, ist eine Beschleunigung des Hochseeschutzes in der Antarktis und überall in der Welt.”
(Quelle: WDCS)
