Odyssee mit Bären

Wie die Augsburger Allgemeine heute berichtet, hat ein kanadischer Teenager wie durch ein Wunder eine Odyssee auf einer Eisscholle überlebt. Der 17-jährige befand sich in gefährlicher Gesellschaft, denn mit ihm trieben auch drei Eisbären auf der Scholle.

Zwei Nächte bei minus 20 Grad musste der junge Inuit im Arktischen Meer ausharren, bis Hilfe kam. Er war mit seinem Onkel auf Jagd gewesen. Etwa 18 Kilometer vor Coral Harbour, einem kleinen Inseldorf in der Hudson Bay, hatte das Snowmobil der beiden eine Panne. Als sie zu Fuß Hilfe holen wollten, löste sich ein Stück Eis vom Land und trieb mit dem Buben ins Meer hinaus.

Eine Bärenmutter befand sich zu diesem Zeitpunkt zusammen mit ihren zwei Jungen ebenfalls auf der Scholle. Der Teenager wusste sich nicht anders zu helfen, als die große Bärin zu erschießen, da sie ihm offenbar gefährlich nahe gekommen sei, so Ed Zebedeee, der Leiter der Sicherheitsbehörde von Nunavut (Nordkanada). Die beiden jüngeren Tiere blieben in der Nähe der toten Mutter und der Jugendliche zog sich an den Rand des Eisbretts zurück.

Sicherheitskräfte konnten den Onkel nach einer Nacht in der Wildnis am Sonntag retten. Sein Neffe wurde vor Einbruch der Dunkelheit von der Besatzung eines Flugzeugs entdeckt, konnte aber am gleichen Tag nicht mehr geborgen werden. Er musste noch eine Nacht auf der Scholle bleiben. Er ernährte sich von Schokoriegeln, die man ihm aus dem Flugzeug geworfen hatte. Am Morgen landeten zwei Fallschirmspringer bei ihm und brachten ihn mit einem Boot an Land. Der 17-Jährige kam mit Frostbeulen davon.
(Quelle: Augsburger Allgemeine)

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