Nicht nur den wundervollen Gesängen der in der Antarktis lebenden Buckelwale konnten Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven mit Spezialmikrofonen lauschen. Neben tierischen Lauten gelang es auch, das Krachen und Poltern kollidierender Eisplatten aufzunehmen.
Seit Dezember 2005 läuft das Lauschprogramm “PALAOA”. Das ist nicht nur die Abkürzung für “Perennial Acoustic Observatory in the Antarctic Ocean” (Mehrjähriges akustisches Observatorium im Antarktischen Ozean), sondern auch das hawaiische Wort für Wal. Damit deutet der Projektname an, wer mit den Unterwassermikrofonen belauscht wird. “Wale und andere Meeressäuger haben ein großes Repertoire von Lauten, die sie zur Jagd, Orientierung und Kommunikation nutzen”, sagt Olaf Boebel, der am AWI die Forschungsgruppe für Ozeanische Akustik leitet. Ihre Stimmen verraten etwas über Aufenthaltsorte und Wanderrouten, über Bestandsgrößen und Sozialverhalten dieser Tiere.
In manchen Fällen hat die Horchaktion zu neuen Erkenntnissen über die Lebensgewohnheiten von Meeressäugern geführt. So hatten Biologen bisher angenommen, dass Buckelwale zwischen Mai und Oktober die Antarktis meiden, weil das Meer dann komplett zugefroren ist. Doch mit Ausnahme einer kurzen Phase zwischen Mai und Juni haben die Hydrophone das ganze Jahr Buckelwale aufgenommen.
(Quelle: Hamburger Abendblatt)
