Baffin Island

Imposanter Eisberg
Der Nebel hatte sich am nächsten Morgen vollkommen aufgelöst, und es wurde ein wunderschöner, sonniger Tag. Beste Voraussetzungen also, um auf die Suche nach Walrossen zu gehen. Nach dem Frühstück bereitet sich die Expeditionsgruppe auf eine zweistündige Zodiactour vor. Mit den schnellen Schlauchbooten dauert es nur 15 Minuten, und MONUMENTAL ISLAND ist erreicht. Die Insel ist sehr schroff, und die Zodiacfahrer müssen hier höllisch aufpassen. Dicht unter der Wasseroberfläche gibt es scharfkantige Riffe, die für die Außenborder leicht zum Verhängnis werden können. Die Boote – sieben an der Zahl – verteilen sich rund um die Insel, um nach den Walrossen Ausschau zu halten.

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Frank: „Leider können wir nirgendwo die großen Robben entdecken. Wir beschließen, uns einen großen Eisberg – der nicht weit von der Insel entfernt ist – etwas näher anzuschauen. Andere Boote machen sich zu einer kleineren Nachbarinsel auf, um ihr Glück dort zu versuchen. Der Eisberg ist sehr imposant, und ich kann ein paar sehr schöne Fotos machen – Walrosse habe ich allerdings keine gesehen.“

Nach Franks Rückkehr zum Schiff erfährt er, dass die Boote, die zu der kleinen Insel gefahren sind, mehr Glück hatten. Normalerweise verständigen sich die Zodiacfahrer mit Funkgeräten – das bei Franks Fahrer allerdings ausgefallen war …

Frisches Obst per Flugzeug
Franks nächstes Reiseziel lautet BROUGHTON ISLAND. Hier soll die kleine Inuit-Siedlung QIKIQTARJUAQ – den Ortsnamen kann selbst der Expeditionsleiter nicht aussprechen ;o)) – aufgesucht werden.

Frank: „Da wir den Ort erst am späteren Nachmittag erreichen werden, halten die Lektoren am Vormittag wieder Vorträge.

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Faszinierende Fremde …

Mehrere Sturmvögel begleiten unser Schiff und zeigen wahrhaft akrobatische Flugmanöver. Gegen 16:00 Uhr haben wir unser heutiges Etappenziel erreicht. Dem Ort direkt vorgelagert befindet sich eine unbefestigte Schotterpiste, die als Start- und Landebahn für kleinere Düsenflugzeuge dient. Bei unserer Ankunft startet gerade eines der Versorgungsflugzeuge. QIKIQTARJUAQ liegt so abgelegen, dass zum Beispiel frisches Obst nur eingeflogen werden kann. Als wir mit den Zodiacs anlanden, werden wir von einer Kinderschar begrüßt.

Zahnbürsten und Eisbären
Die Kinder sind ganz wild darauf, sich fotografieren zu lassen – natürlich mit einer Digitalkamera, bei der sie sich das Bild auf dem Display gleich ansehen können.

Ein Ortsansässiger führt uns durch die kleine Gemeinde, die zur Zeit 519 Seelen zählt. Wir erleben eine Welt, die auf uns Europäer doch sehr fremd wirkt. Nur der Besuch im „Supermarkt“, wo vom Apfel bis zur Zahnbürste wirklich alles angeboten wird, erinnert uns an sehr liebgewonnene Einkaufsmöglichkeiten. Von einer Anhöhe aus haben wir einen tollen Blick auf die Siedlung, die Bucht und unser Schiff. Am Strand läuft ein Eisbär – nicht weit vom Ort entfernt! Wie man uns sagt, ist das hier nicht außergewöhnlich. Bei unserer Rückkehr zur ORLOVA kommen noch einmal viele Kinder zu den Zodiacs – um uns zu verabschieden.“

Verlockende Alternative …
Zwischen QIKIQTARJUAQ und POND INLET liegen eineinhalb Seetage, die durch Vorträge verkürzt werden. Zwischen diesen beiden Orten liegt die ISABELLA BAY, die als nächstes auf dem Reiseplan stand – wenn die Reederei die erforderliche Genehmigung rechtzeitig bekommen hätte.

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Leider wurde – wegen schlechter Organisation des Reiseunternehmens – nichts aus der Beobachtung der bekannten Grönlandwal-Population. Aber Franks sympathische Reisebekanntschaft bot ihm eine „Trost-Alternative“ an:

In Woods Hole (US-Bundesstaat Massachusetts) – Tonis Heimat – befindet sich nicht nur das weltbekannte Ozeanographische Institut, in das Toni Frank einlud, sondern nicht weit von der Küste entfernt sind dort auch aus allernächster Nähe Buckelwale – die Sänger des Meeres – zu beobachten. Bei diesen tollen Zukunftsaussichten für 2007 konnte Frank die „unsichtbaren“ Grönlandwale ganz gut verkraften.

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